SPD

Norbert Kahl

Stadtverordneter
für die SPD-Fraktion

Cap Arcona-Gedenken

Ich war bereits Stadtverordneter, als im Jahre 1990 das Cap Arcona-Museum eingeweiht werden konnte. Zwei Jahre vorher war im Auftrage der Stadt die erste wissenschaftliche Aufarbeitung der Ereignisse in Druck gegangen: Das Buch „Cap Arcona“ von Wilhelm Lange. Durch eine von Lange konzipierte Ausstellung zum 40. Jahrestag der Katastrophe entstand bereits 1986 der Vorschlag, ein Dokumentationszentrum „Cap Arcona“ einzurichten. Nur eine „hauchdünne Mehrheit“, so die Lübecker Nachrichten am 1.7.1988, beschloss den Anbau an das Kremper Tor.

Das Cap Arcona-Museum wurde durch Eva Rühmkorf 1990 eingeweiht. Ich möchte noch einmal die LN zitieren (Ausgabe vom 4.9.1990): „Gemeinsam mit der Ministerin wiesen vor allem Fritz Bringmann von der Amicale Internationale de Neuengamme und Dr. Detlef Garbe von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme darauf hin, dass Mahn-Stätten wie das „Cap Arcona“-Museum so wichtig seien wie eh und je. Dr. Garbe: „Solche Erinnerungsstätten werden nicht von allen Bürgern gern gesehen.“ Ministerin Rühmkorf: „Antisemitische und ausländerfeindliche Stimmungen, Haltungen und Parolen sind nicht verschwunden. Sie haben sich in letzter Zeit verstärkt.“ Würden wir diese Sätze heute, nach dreißig Jahren, nicht auch wieder so oder so ähnlich hören? Für mich sind sie Motivation, mich immer wieder mit dem Cap Arcona-Gedenken zu befassen. In den letzten fünf Jahren war ich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt, weil ich in einem Begleitausschuss zur Neugestaltung der Cap Arcona-Ausstellung mitgearbeitet habe.

Ich freue mich sehr, dass die Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung am 5. März 2020 einstimmig erfolgt ist. Danach soll die Ausstellung als Zwischenlösung im zeiTTor Museum eingerichtet werden und die Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten soll abklären, ob wegen der hohen internationalen Bedeutung ein Träger für ein eigenständiges neues Museum gefunden werden kann. In der Stadtverordnetenversammlung habe ich vorgeschlagen, einen Förderverein zu gründen, um das Ziel einer „großen Lösung“ zu verfolgen. Diese Aufgabe hat in der Mitgliederversammlung am 11. März 2020 der Verein der Freunde und Förderer des Museums übernommen. Auch darüber freue ich mich sehr.